Mangel-Verwaltung




staatlich organisierte Mangel-Verwaltung der DDR

Mangelversorgung, Versorgungskrise, Wirtschaftliche Probleme

Die Vorherrschaft der SED beruhte in den 50er Jahren vorrangig auf der Macht der sowjetischen Besatzungstruppen in der DDR. Diese Schwäche im Inneren und strikte  sowjetische Weisungen zwangen die Machthaber in den Zeiten des "Kalten Krieges" zu immer höheren Ausgaben für die Sicherheitsorgane und für eine aufzubauende Armee.

Diese Militarisierung der DDR von 1952 an, war eine der Ursachen für die tiefe wirtschaftliche und politische Krise 1953. Im Jahre 1952 flossen ca. elf Prozent des gesamten Staatshaushalts in Rüstung und Unterhalt des Militärs. Gemeinsam mit den Reparationszahlungen an die Sowjetunion gingen damit 1952 ca. 20 Prozent des öffentlichen Haushalts dem Aufbau des Landes verloren. Die Aufrüstung sollte durch Einsparungen im sozialen Bereich, in den staatlichen Verwaltungen und der Wirtschaft sowie durch Steuererhöhungen finanziert werden.

Die Militarisierung geschah so direkt auf Kosten des Lebensstandards der Bevölkerung. Es entstanden Engpässe bei der Versorgung mit Konsumgütern und Grundnahrungsmitteln. Schon bevor die Mauer vor dreißig Jahren, am 9. November 1989, fiel, war die DDR so gut wie pleite – zumindest wirtschaftlich.

Die SED-Spitze kannte die Wahrheit. In einer „Analyse der ökonomischen Lage der DDR mit Schlussfolgerungen“, die dem Politbüro am 30. Oktober 1989 vorgelegt wurde, beschrieb Gerhard Schürer, Vorsitzender der Staatlichen Plan-kommission, „ein ungeschminktes Bild“. Um die drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden, müsste man „eine Senkung des Lebensstandards um 25 bis 30 Prozent“ anordnen, was „die DDR unregierbar machen“ würde.

Versorgungsmängel in Alltagssituationen, wie Schlangen in und vor Einkaufsläden und Überwachung privater Händler, wenn Diese bessere Angebote als staatliche Läden hatten waren charakteristisch. Auch die DDR-Werbeszene vorübergehend mit üblichen «Tausend-Tele-Tipps» - eine fünf- bis zehnminütige DDR-TV-Werbung - wurde abgeschafft. Im Vergleich zu Westdeutschland, handelte es also um eine dauerhafte Mangelversorgung.

„Lebensmittel und wichtige Verbrauchsgüter – wie Kohle und Kleidung und Schuhe – waren natürlich rationiert, schon seit dem Krieg und das lief über Marken, die man zugeteilt bekam und die man in Geschäften einlösen konnte, so die Dinge im Laden noch vorhanden waren.“

Ein anderes Bild verdeutlicht das unverhältnismäßig breite Alkoholangebot im DDR-Konsum: endlose Reihen von Weinbrand, Likör- und Wodkasorten. Trotz Mangelwirtschaft – Schnaps gab‘s immer.

Noch prägender war es aber, dass was es nicht gab - Tag für Tag auf einer Einkaufs-Jagd zufällig zu ergattern.